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Afrika mit seinen gegenwärtig 53
Staaten und ca. 840 Mio. Einwohnern ist ein Kontinent mit
großen Gegensätzen: zum einen sind es die
geographisch-klimatischen Verhältnisse, zum andern die
Unterschiede in der Vielzahl der auf diesem Kontinent lebenden
Völker und Volksgruppen mit ihren sehr unterschiedlichen
Kulturen und religiösen Vorstellungen.
Wenn in diesem Buch Puppen
afrikanischer Völker gezeigt werden, so ist dies ein
Versuch, anhand des kulturellen Objektes ›Puppe‹
Einblicke in die verschiedenen Kulturregionen und
religiösen Vorstellungen dieses Kontinents zu geben.
Wie in der Einführung des Buches
eingehend erläutert wird, ist für Afrika der Begriff
›Puppe‹ nicht einfach im abendländischen Sinn
zu übernehmen, sondern muss über die
Spielzeugfunktion hinaus eine Erweiterung erfahren.
Der Versuch einer Zusammenstellung
afrikanischer Puppen muss zwangsläufig unvollständig
und lückenhaft bleiben.
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Denn die Größe des
Kontinents mit seiner fast unübersehbaren Anzahl von
Volksgruppen macht es unmöglich, sämtliche etwa
vorhandenen Beispiele zu erfassen und zu beschreiben. Dazu
kommt, dass Puppen häufig aus schnell vergänglichen
Materialien gefertigt werden.
Dies ist um so mehr ein Grund, die noch
greifbaren Objekte zu erfassen und zu dokumentieren, wobei wir
uns auf die in der Literatur beschriebene soziale und rituelle
Bedeutung der afrikanischen Puppen stützen.
Auch nordafrikanische Puppen wurden
aufgenommen, um den gesamten Kontinent zu erfassen. Ebenso
wurden so genannte ›Souvenirpuppen‹
berücksichtigt, sofern sie wesentliche Hinweise auf die
Kultur des sie repräsentierenden Volkes enthalten.
Wohl wissend, dass der afrikanische
Kontinent keine abgeschottete Insel auf dem Globus darstellt
und genau wie andere Kontinente sozialen und machtpolitischen
Umwälzungen ausgesetzt ist, ist es uns um so mehr ein
Anliegen, diese kleinen, an eine fest geprägte und
gebundene traditionelle Kultur erinnernden Objekte zu bewahren.
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Auf keinem anderen Kontinent sind
Formenvielfalt und Materialreichtum der Puppen so
augenfällig wie in Afrika. Die Anwendungs- und
Bedeutungsmöglichkeiten im profanen wie im rituellen
Gebrauch sind überaus zahlreich.
Da bei der Puppe die
Übergänge zwischen Spielzeug und Ritualobjekt
fließend sind, haben wir bewusst auf eine Festlegung
diesbezüglich verzichtet. Die gebräuchlichste Art
ihrer Verwendung ist — sofern bekannt — dem
erläuternden Text zu entnehmen. Wir haben uns bemüht,
über jede einzelne Puppe so viel als nur möglich in
Erfahrung zu bringen.
Brigitte und Wolfgang Bofinger
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